{"id":563,"date":"2018-09-07T20:37:49","date_gmt":"2018-09-07T19:37:49","guid":{"rendered":"https:\/\/wildhaber.com\/?p=563"},"modified":"2018-11-18T13:57:33","modified_gmt":"2018-11-18T12:57:33","slug":"ds-gvo-fehlkonzept-nr-2-das-recht-auf-informationelle-selbstbestimmung-ist-kein-grundbeduerfnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wildhaber.com\/index.php\/ds-gvo-fehlkonzept-nr-2-das-recht-auf-informationelle-selbstbestimmung-ist-kein-grundbeduerfnis\/","title":{"rendered":"DS-GVO Fehlkonzept Nr. 2: Das Recht auf Informationelle Selbstbestimmung ist (k)ein Grundbed\u00fcrfnis"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Datenschutz\nist opportunistisch geworden: <strong>Wir setzen\nauf ihn, wenn wir einen direkten Nutzen von ihm haben, ansonsten interessiert\ner uns nicht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Prinzip der Informationellen Selbstbestimmung besagt, dass jede Person selbst dar\u00fcber befinden kann, was mit ihren Daten geschieht (Grundrecht). Betrachtet man den Kontext des damals h\u00f6chstrichterlichen Entscheids, dann kommt einem dasGanze heute etwas absurd vor. Es ging damals (1983) um die Erfassung von Daten im Rahmen der Volksz\u00e4hlung in Deutschland (also gegen\u00fcber dem Staat).\u00a0 In diesem Jahr war die Datenverarbeitung mittels Lochkartenerfassung, Kernspeichern und waschmaschinengrossen Magnetspeichern die Regel. Die ersten PCs lauerten am Horizont, aber eine Datenverarbeitung im heutigen Stil konnten sich nur echte Utopisten vorstellen. 1984 von George Orwell war omnipr\u00e4sent, aber der \u00dcberwachungsstaat war das zu bek\u00e4mpfende \u00dcbel,nicht marktbeherrschende Internet-Konzerne. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein technischer Vergleich mit heutigen Rechnern er\u00fcbrigt sich. Was viel wesentlicher ist, ist die Tatsache, dass sich die Informationsnutzung umfassend ver\u00e4ndert hat. Datenverarbeitung zum Zeitpunkt des Volksz\u00e4hlungsentscheids war Schwerarbeit und wurde von den EDV-G\u00f6ttern in weiss durchgef\u00fchrt.\u00a0\u00a0 <\/p>\n\n\n\n<p>Die DS-GVO basiert noch immer auf den \u00dcberlegungen der Siebzigerjahre. Die betroffene Person, wird als Opfer der Datenhalter (\u201eVerantwortlichen\u201c)dargestellt. Dieser Datenhalter ist die anonyme Verwaltung oder eine Datenkrake, ein Unternehmen, welches alles daran setzt, die Pers\u00f6nlichkeitsrechte der Betroffenen zu verletzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch diese Opferrolle entspricht schon lange nicht mehr dem Durchschnittsnutzer. \u00a0Dieser bestimmt heute weitgehend selbst,welche Daten er im t\u00e4glichen Leben von sich preisgibt und verarbeitet. Dies bedeutet nun nicht, dass er dar\u00fcber wirklich die Kontrolle hat. 90% der Benutzer verhalten sich aber so, als ob es ihnen entweder egal sei oder sie sich dar\u00fcber keine Gedanken machen w\u00fcrden. <\/p>\n\n\n\n<p>Informationelle Selbstbestimmung im heutigen Kontext bedeutet eine Umkehrung der Gedanken der Siebzigerjahre. <strong>Heute geht es darum,m\u00f6glichst viele Daten publik zu machen, um mit anderen in Kontakt zu treten.<\/strong>Wer jetzt glaubt, dies sei nur eine Geschichte rund um soziale Medien wie Facebook,der t\u00e4uscht sich gewaltig.\u00a0 Es gibt offensichtliche Gr\u00fcnde, wieso Personen pers\u00f6nliche Details auf sozialen Plattformen ver\u00f6ffentlichen. Die Frage ist nicht, WIESO Sie diese Daten bekannt geben,sondern die Frage, WIE intelligent diese Daten ver\u00f6ffentlicht werden. Ich bin \u00fcberzeugt, dass ein Grossteil der heutigen Nutzer von Facebook durchaus Klarheit dar\u00fcber hat, dass Ihre Daten weiterverwendet und kommerziell genutzt werden. <strong>Mit anderen Worten: Die Informationelle Selbstbestimmung hat dazu gef\u00fchrt, dass die Anwender viel grossz\u00fcgiger mit ihren Daten umgehen.<\/strong> Diese Tatsache kann man weder negieren noch mit Gesetzen alternative Fakten schaffen. Wenn Personalabteilungen systematisch Daten aus dem Netz auswerten, um Bewerber zu beurteilen, dann f\u00fchrt das automatisch dazu,dass die potentiellen Bewerber gezielt Daten platzieren. Jeder Social Media Nutzer \u00fcberlegt sich heute, welchen Nutzen seine Aktivit\u00e4ten auf diesen Kan\u00e4len haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Das soll auf keinen Fall heissen, dass Datenschutz \u00fcberfl\u00fcssig geworden w\u00e4re. Der Datenschutz geht jedoch per se und selbstverst\u00e4ndlich davon aus, dass Personendaten in jedem Fall vor den B\u00f6sen \u201eVerantwortlichen\u201c und \u201eVerarbeitern\u201c gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen. Tats\u00e4chlich geht das Datenschutzrecht nicht darauf ein, welchen Schutz Personen bed\u00fcrfen, die ihre gesamte Datenwelt transparent machen!Mittlerweile weiss eine Mehrheit aller Nutzer von Gratisdiensten, dass sie mit ihren Daten bezahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Datenschutz muss mit aller Konsequenz greifen, wenn Daten von Dritten (z.B.Bilder) freiz\u00fcgig verteilt oder widerrechtlich publiziert werden. Hier muss es Schutzm\u00f6glichkeiten geben. Dies bedeutet, dass es m\u00f6glich sein muss, solche Inhalte konsequent vom Netz zu nehmen oder zu blockieren. Die aktuellen Diskussionen rund um Facebook zeigen, dass sich hier etwas bewegt. Solange aber die internationale Gemeinschaft Kriminellen Schlupfl\u00f6cher bietet, hapert es an der Durchsetzung. Soll ein Gesetz Personen sch\u00fctzen, welche von sich die intimsten Details freiwillig publizieren? Was ist der Wert einer Einwilligung! Damit zur n\u00e4chsten Fehlkonzeption.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Datenschutz ist opportunistisch geworden: Wir setzen auf ihn, wenn wir einen direkten Nutzen von ihm haben, ansonsten interessiert er uns nicht. &hellip; <a href=\"https:\/\/wildhaber.com\/index.php\/ds-gvo-fehlkonzept-nr-2-das-recht-auf-informationelle-selbstbestimmung-ist-kein-grundbeduerfnis\/\" class=\"more-link\"><span class=\"more-button\">Continue reading &gt;<span class=\"screen-reader-text\">DS-GVO Fehlkonzept Nr. 2: Das Recht auf Informationelle Selbstbestimmung ist (k)ein Grundbed\u00fcrfnis<\/span><\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":583,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,31],"tags":[],"class_list":["post-563","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-datenschutz","category-dsgvo"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wildhaber.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/563","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wildhaber.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wildhaber.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wildhaber.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wildhaber.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=563"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/wildhaber.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/563\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":690,"href":"https:\/\/wildhaber.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/563\/revisions\/690"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wildhaber.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/583"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wildhaber.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wildhaber.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wildhaber.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}