{"id":1207,"date":"2022-07-27T10:49:25","date_gmt":"2022-07-27T09:49:25","guid":{"rendered":"https:\/\/wildhaber.com\/?p=1207"},"modified":"2022-07-27T10:49:25","modified_gmt":"2022-07-27T09:49:25","slug":"was-ist-information-governance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wildhaber.com\/index.php\/was-ist-information-governance\/","title":{"rendered":"Was ist Information Governance?"},"content":{"rendered":"\r\n\r\nBeherrschen Sie Ihre Daten? Kaum jemand wird diese Frage ohne Vorbehalte mit einem \u201eJA\u201c beantworten k\u00f6nnen. Obwohl seit Jahren in der Fach- wie auch in der Wirtschaftspresse dem Thema Digitalisierung ein sehr wichtiger Platz einger\u00e4umt wird, fehlt es vielfach an den elementaren Grundlagen f\u00fcr ihre Umsetzung. Viele Digitalisierungsinitiativen sind gepr\u00e4gt durch einzelne Vorhaben, welche in einem isolierten \u00d6kosystem aufgebaut werden und folglich auch nur dort funktionieren. Eine isolierte Datenmenge zu analysieren und KI darauf anzuwenden ist um ein Vielfaches einfacher, als in einer heterogenen Datenlandschaft aussagekr\u00e4ftige Analysen durchzuf\u00fchren und korrekte Aussagen zu erhalten. Es bringt wenig, den Nutzen von KI zu hinterfragen, wenn die wichtigste Grundlage f\u00fcr die Analyse, n\u00e4mlich die Daten, bereits \u00fcber eine miserable Qualit\u00e4t verf\u00fcgt.\r\n\r\n \r\n\r\n<strong>Rund 80% der von Ihnen gespeicherten Daten sind wertlos (ROT)!<\/strong>\r\n\r\n \r\n\r\nIm Nachgang der ENRON Aff\u00e4re wurde den Unternehmen dringend empfohlen sogar gesetzlich auferlegt, sich um die Corporate Governance zu k\u00fcmmern. Vereinfacht bedeutet dies die umfassende Steuerung und effiziente Kontrolle des Unternehmens. Pendant im digitalen Bereich bildet die Information Governance. Sie \u00fcbernimmt die Grunds\u00e4tze der Corporate Governance und soll dazu f\u00fchren, dass eine Organisation kompetent, aktiv, effizient, rechtskonform und zielgerichtet mit Daten umgehen kann. In den meisten Organisationen ist diese Botschaft noch nicht angekommen, auch wenn die Wirtschaftsverb\u00e4nde punktuell Publikationen dazu ver\u00f6ffentlichen. Mit dem Thema IG stehen wir heute dort, wo wir vor 20 Jahren mit der Informationssicherheit gestanden sind (mittlerweile ein Markt von rund 200 Mia. USD).\r\n\r\n \r\n\r\nDiesem Themenkomplex ist der neue <a href=\"https:\/\/informationgovernance.ch\/publikationen\/leitfaden-information-governance-2\/\" data-type=\"page\" data-id=\"5850\">Praxisleitfaden Information Governance<\/a> (IG) gewidmet (2.Auflage 2021). Wir haben versucht, m\u00f6glichst vielen Aspekten der IG Rechnung zu tragen und haben 24 nationale und internationale Autoren eingebunden, welche wertvolle Beitr\u00e4ge geleistet haben. Wir haben versucht, die Bestrebungen der Digitalisierung sowohl mit den unternehmerischen, strategischen Zielen in Einklang zu bringen, wie auch die regulatorischen Vorgaben zu ber\u00fccksichtigen. IG ist eine F\u00fchrungsaufgabe und hat grunds\u00e4tzlich eigentlich nichts mit IT zu tun. Es ist prim\u00e4r kein Technologiethema, sondern eine strategische F\u00fchrungsaufgabe, die durch den Verwaltungsrat oder gleichwertige Organe gef\u00fchrt werden muss. <strong><a href=\"https:\/\/informationgovernance.ch\/information-governance-fuer-klv-kinder-laien-und-verwaltungsraete\/\" data-type=\"post\" data-id=\"7343\">\u201eDaten sind wie Wasser\u201c<\/a><\/strong>: um sie erfolgreich und nutzbringend einsetzen k\u00f6nnen, m\u00fcssen Sie aktiv erfasst, bewertet, gef\u00fchrt und entsorgt werden. Bis heute wird diese Aufgabe in erster Linie der IT \u00fcberlassen. Obwohl ein langsames Umdenken stattfindet, ist man noch lange nicht dort angelangt, wo ein datengetriebenes Unternehmen eigentlich stehen m\u00fcsste. Es fehlt das notwendige Wissen sowohl beim Verwaltungsrat wie auch in den Gesch\u00e4ftseinheiten. Wie bei der Corporate Governance gen\u00fcgt es nicht, einfach ein Komitee einzusetzen und zu denken, damit sei die Sache erledigt. IG muss auf allen Ebenen der Organisation umgesetzt werden, was in etablierten Organisationen Jahre dauert. Dies erfordert naturgem\u00e4ss auch neue Kompetenzen und Personen.\r\n\r\n \r\n\r\nIG \u00a0umfasst im Kern ein datenorientiertes Zielbild auf allen Entscheidungsebenen, Strukturen zum Verstehen und Steuern von Daten wie auch diverse Technologien. \u00a0Klassische IT-Abteilungen, wie wir sie heute noch kennen, wird es in 10 Jahren nicht mehr geben. Datengetriebene Organisationen verlangen nach neuen F\u00e4higkeiten, Datenspezialisten, Taxonomisten oder Datenarchitekten sind gefragt. Dieses Change Management wird zur gr\u00f6ssten Herausforderung f\u00fcr das Management. Um diese Aufgabe einfacher angehen zu k\u00f6nnen und um Hemmschwellen abzubauen, haben wir unsere MATRIO Methode\u00ae (vgl. matrio.swiss) erweitert.\r\n\r\n \r\n\r\nWelche technologischen Entwicklungen stellen die gr\u00f6ssten Herausforderungen dar? W\u00e4hrend das Thema Cloud hier nicht weiter breitgetreten werden soll, kann man grunds\u00e4tzlich sagen, dass die Vielzahl der neuen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Datenhaltung eine zentrale Rolle spielt. Die meisten Organisationen sind schlecht auf die Frage vorbereitet, wo welche Daten gehalten werden sollen. Um diese Frage beantworten zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt man eine Informationsarchitektur. Diese wird immer dringlicher und wichtiger, um kostentreibende und ineffiziente Datensilos zu verhindern. Gleichzeitig versuchen die Big Tech-Anbieter mit grossen Anstrengungen, die Kunden zu einem Vendor Lock-in zu bewegen bzw. zu zwingen. Das funktioniert kaum, da gestandene und gewachsene Architekturen immer verschiedenste Technologien aufweisen, deren Stand v\u00f6llig unterschiedlich ist. Hinzu kommen rechtliche Bedenken (Stichwort: Cloud Act). Im schlimmsten Fall endet das in einer Mehrfachredundanz bestehender Daten. Obwohl sich verschiedene Anbieter dem Thema IG \u00a0jetzt annehmen, sind die meisten L\u00f6sungen auf ihre Technologiestacks reduziert. Gleichzeitig k\u00e4mpfen etablierte ECM\/DMS-Hersteller mit dem Problem, dass eben die Big Tech-Anbieter in ihren Markt eindringen. Ein Anwendungsfeld, welches per se durch eine hohe Komplexit\u00e4t gekennzeichnet ist. Der traditionelle ECM\/DMS Markt wird diversifiziert, bzw. weniger einfach greifbar, da Quereinsteiger die Szenen verunsichern. \u00a0F\u00fcr den Anwender bedeutet dies: \u00a0Das Bed\u00fcrfnis f\u00fcr die Ordnung von Daten wird immer gr\u00f6sser, die Schwierigkeit bei der Auswahl von geeigneten L\u00f6sungen aber ebenso. Bevor man in die Technologieauswahl geht, muss man die Informations\/Datenstrategie festlegen. Aus diesem Grund ist es von gr\u00f6sster Bedeutung, dass man sich als Management diesen Fragen so rasch als m\u00f6glich annimmt. Es gibt zwar Themen, die man automatisch erledigen kann, diese geh\u00f6ren aber definitiv nicht dazu.\r\n\r\n \r\n\r\nRegulatorisch hat sich vor allem im Bereich des Datenschutzes viel getan. Viele Unternehmen haben jetzt realisiert, dass sie mit der DSGVO und mit dem neuen Schweizer Datenschutzgesetz tats\u00e4chlich ernst machen m\u00fcssen. Unsere Kernaussage: <strong>\u201eNur wer Daten l\u00f6schen kann, beherrscht sie\u201c.<\/strong> Ist in diesem Kontext nat\u00fcrlich zentral und bildet die Nagelprobe f\u00fcr den Erfolg der IG-Umsetzung. Gerade das L\u00f6schen von Daten wurde in der Vergangenheit str\u00e4flich vernachl\u00e4ssigt. Viele Systeme sind so gebaut, dass es fast unm\u00f6glich ist, Daten zu l\u00f6schen. Diese Strukturen m\u00fcssen umgebaut und neu gestaltet werden. Die gute Nachricht dazu: auch die Technologien daf\u00fcr haben sich wesentlich ver\u00e4ndert. W\u00e4hrend man fr\u00fchere Archive nur klassische WORDM-Medien einsetzen konnte, hat man heute die Wahl zwischen verschiedenen WORM-Mechanismen, die auch in der Cloud verf\u00fcgbar sind.\r\n\r\n \r\n\r\nAuch der Bedarf nach Verifizierungen, \u00a0Pr\u00fcfungen und Zertifikaten hat zugenommen. Im Kontext der hier beschriebenen Situation und der damit verbundenen Komplexit\u00e4t wird f\u00fcr viele Organisationen die Frage: \u201eSind wir \u00fcberhaupt rechtskonform?\u201c immer zentraler. Ordnungsgem\u00e4sse Digitalisierungsvorhaben bed\u00fcrfen einer umfassenden Gestaltung der Daten-Lebenszyklen und Kontrollen von Beginn der Datenerfassung bis zur -vernichtung.\r\n\r\n \r\n\r\nDie gute Nachricht: Obwohl die Datenmengen weiterhin exponentiell zunehmen werden, erm\u00f6glichen uns neue KI-Verfahren besser, einfachere und effizientere Methoden zur Datenaufbereitung. So k\u00f6nnen wir f\u00fcr die Analyse von ROT-Daten und f\u00fcr die Migration der wertvollen Daten neue KI-Verfahren einsetzen, welche vor allem auch auf der semantischen Erkennung passieren. Gerade dieser Bereich wird in Zukunft massiv an Bedeutung gewinnen. Semantische Erfassung bedeutet n\u00e4mlich, die Inhalte der Daten zu verstehen (Informationserschliessung) und abzubilden (z.B. in grafischen Datenbanken und Wissensgrafen). So hat das krm mit dem <em><a href=\"https:\/\/informationgovernance.ch\/tools-produkte-partner\/k2-pid-cockpit\/\" data-type=\"page\" data-id=\"7871\">k2 PID Cockpit<\/a><\/em> ein KI-basiertes Toolset zur Identifikation und Bereinigung personenbezogener Daten vorgestellt.\r\n\r\n \r\n\r\nDamit schliesst sich der Kreis zum Wissensmanagement. Diesem Ziel kommen wir Tag f\u00fcr Tag n\u00e4her. Es ist zwar noch ein langer Weg, doch ist dies eines der wichtigsten Ziele, welches man mit IG erreichen kann. Ich bin optimistisch, dass sich bereits in den n\u00e4chsten Jahren hier neue Wege auftun, welche die heute zum Teil noch anstrengenden Aktivit\u00e4ten wesentlich vereinfachen werden. Aber eben, wie bei allen Strategien heisst das: <strong>\u201eJe fr\u00fcher sie s\u00e4en, umso eher werden sie ernten!\u201c<\/strong>\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beherrschen Sie Ihre Daten? 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